Experimental and Computational Biology[ by Prof. Dr. Röbbe Wünschiers - University of Applied Sciences - Mittweida/Germany ] [schafpudel]



Genetische Zuchtforschung beim Schafpudel







Frau Mechthild Jennissen-Tibbe (schafpudel.de) züchtet seit 2001 Schafpudel und ist Autorin des nebenstehenden Buches. Gemeinsam mit Frau Nina Borzner (schafpudel-ninaborzner.de) ist Sie Partnerin in unserem Forschungsprojekt zur Aufklärung genetischer Ursachen von Zuchtmakeln. Der Schwerpunkt liegt gegenwärtig in der Suche nach genetischen Markern für den Hodenhochstand (Kryptorchismus).

Professor Röbbe Wünschiers ist habilitierter Genetiker an der Hochschule Mittweida und forscht auf dem Gebiet der Erbgutanalyse. In seinem Buch Gentechnik – Gene lesen, schreiben und editieren geht es um eine knappe Übersicht über die Anwendung der Gentechnologie. Es soll als Einführung für eine zeitgemäße öffentliche Diskussion zur Gentechnologie und ihrer Anwendung, der Gentechnik, dienen (sie auch: gene-genome-gesellschaft.de). Obwohl es bei unserer Zuchtforschung beim Schafpudel nicht unmittelbar um Gentechnik geht, sei es als einführende Lektüre zum Verständnis unser Arbeit (Stichwort: Gendiagnostik) empfohlen.


NEWS

Für unsere Kooperation mit dem Institut für ganzheitliche Zucht in Oberseifersdorf wurden wir für den Sächsischen Transferpreis nominiert. Ein Interview dazu findet sich hier.

Das Projekt: Kryptorchismus bei Hunden

Kryptorchismus oder zu deutsch Hodenhochstand betrifft je nach Hunderasse bis zu 10% aller Welpen. Besonders gefährdet sind kleine und reinrassige Tiere, darunter auch Ihre geliebten Schafpudel.

Was ist Kryptorchismus?

Während der Entwicklung der Hunde bilden sich die Hoden im Unterleib und senken sich dann im Normalfall in den ersten Wochen nach der Geburt in den Hodensack. Der Grund, warum die Hoden nicht im Inneren des Körpers verbleiben, ist ein einfacher: Temperatur. Eine Körpertemperatur von 35-38°C würde sie schädigen. Durch Fehler in der Entwicklung kann es allerdings vorkommen, dass ein oder beide Hoden im Bauch verbleiben, was schwerwiegende Auswirkungen auf Ihren Hund haben kann.

Erkrankte Hunde sind in vielen Fällen unfruchtbar und besitzen ein 13,6-fach höheres Risiko für Krebserkrankungen. Sie leiden häufig unter anderen Nebenerscheinungen wie Haarlosigkeit, Hautkrankheiten, Verhaltensstörungen und Hodentorsionen, die sehr starke abdominale Schmerzen verursachen können. Um diese Risiken zu senken und eine Vererbung auszuschließen, wird eine Kastration durchgeführt, die allerdings sehr teuer ausfallen kann.

Leider sind Untersuchungen der Krankheit – die Ihren und vielen anderen Hunden helfen könnten – relativ rar. Obwohl bekannt ist, dass die Krankheit durch verschiedene innere (z.B. Gene, Hormone) und äußere Faktoren (Umwelt) ausgelöst wird, gibt es kaum genauere Einzelheiten darüber, was es umso schwieriger macht, die Krankheit zu behandeln.

Mit Ihrer Hilfe wollen wir dies ändern.

Ihr Beitrag

Zusammen mit Ihrer Hilfe wollen wir einen Gentest für Kryptorchismus und weitere Erkrankungen entwickeln.

Ziele der Untersuchung

Ausgehend von einer Blutprobe eines Tieres soll festgestellt werden, ob genetische Auffälligkeiten vorliegen, die das Risiko für die Erkrankung maßgeblich erhöhen.

Um so einen Gentest zu entwickeln sind allerdings viele Daten nötig - und hier kommen Sie ins Spiel.

Was bedeutet das für Sie und Ihren Hund?

Für unsere Untersuchung brauchen wir lediglich eine Blutprobe Ihres Hundes, die uns ein/e Tierarzt/Tierärztin Ihres Vertrauens zusendet.

Unsere Methoden

Aus den Blutproben gewinnen wir zunächst die DNA Ihres Hundes. Um die Auswirkungen von Kryptorchismus zu untersuchen, haben wir in aufwendigen Vorarbeiten einige vielversprechende Gene (Abschnitte auf der DNA) ausgewählt. Mit einer Methode namens Polymerase-Kettenreaktion (PCR) werden diese Gene vervielfältigt werden und anschließend ihr Aufbau untersucht (DNA-Sequenzierung).

Die Gene von gesunden und kranken Hunden werden dann miteinander verglichen, um die Unterschiede und demnach mögliche Krankheitsauslöser zu identifizieren. Für diese Durchführung sind viele verschiedene Proben notwendig, um konkrete Aussagen treffen zu können.

Wer sind wir?

Wir sind Wissenschaftler an der Hochschule Mittweida in Mittelsachsen. Unser Arbeitsgruppenleiter Prof. Dr. Röbbe Wünschiers hat an der Universität zu Köln in Genetik habilitiert und ist Spezialist bei der Analyse von Erbgutinformationen. Robert Leidenfrost ist zur Zeit Doktorand in der Gruppe von Professor Wünschiers analysiert eigentlich die DNA in Bioaerosolen. Er unterstützt aber mit Rat und Tat Frau Rebecca Prause. Sie studiert aktuell in Mittweida den Masterstudiengang Molekularbiologie/Bioinformatik und hat mit ihrer Bachelorarbeit die Grundlagen für dieses Projekt gelegt. Jetzt validiert Sie die identifizierten Marker auf Basis vieler Blutproben von Schafpudeln aus ganz Europa und den damit verbundenen Zuchtdaten des Instituts für ganzheitliche Zucht von Schafpudeln und PON im sächsischen Oberseifersdorf.

Bei Interesse oder Fragen steht sie Ihnen gerne zur Verfügung: rprause@hs-mittweida.de

 
schafpudel.txt · Last modified: 2019/06/13 21:57 by superadmin
Prof. Dr. Röbbe Wünschiers - University of Applied Sciences - Technikumplatz 17 - 09648 Mittweida/Germany - roebbe.wuenschiers|AT|hs-mittweida.de
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